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Barchetsee

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Barchetsee aus der Vogelperspektive
Barchetsee aus der Vogelperspektive mit schwimmenden Inseln
Und hier der Film über den Barchetsee.

Toteissee

Der Barchetsee ist - wie der Wilemersee - ein Toteissee. Das tönt geheimnisvoll, fast gruselig. In der letzten Eiszeit, etwa 20'000 Jahre v. Chr., endeten die Gletscherzungen von Rhein- und Thurgletscher in unserer Gegend. Die Stirnmoränen stauten das Schmelzwasser beim Abfliessen nach W oder NW. Es bildeten sich flache Seen. Diese wurden vom Gletscher her mit Sand und Geschiebe aufgefüllt. In einzelnen Mulden blieben aber noch Eisblöcke liegen. Nach dem Abtauen bildeten sich dort Vertiefungen, die sich mit Wasser füllten.

Zu- und Abfluss

Es gibt praktisch keinen oberirdischen Zufluss. Nur wenige Drainageröhren münden in das Streuland auf der Ost- und Nordostseite des Barchetsees. Die Seetiefe beträgt etwa 7m.

Ein Teil des Wassers muss unterirdisch abfliessen. Wohin, ist bis heute rätselhaft.

Verlandung

Die Wasserfläche wird langsam vom Schwingrasen überwachsen. Das ist ein Wurzelgeflecht von Sumpfpflanzen, das auf dem Wasser schwimmt.

Woher kommt der Name Barchetsee

"Barchet" (Barchent) ist aufgerauter Stoff (z.B. Barchenthemd). Hergestellt wurde er aus den Fasern von Hanfstängeln. Diese legte man ins Wasser, bis sie zu faulen begannen (Mazeration).

Im Brockhaus, 24-bändige Ausgabe von 2001 heisst es:
Barchent [von arab. barrakãn] der, -s/-e, linksseitig aufgerautes, flanellartiges Gewebe in versch. Bindungen mit feinerer und festerer Kette und gröberem und lockererem Schuss. - Im MA. bezeichnete B. ein Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle, das sich seit dem 14. Jh. in Dtl. neben den einheim. Woll- und Leinenstoffen durchsetzte.

Damit man leichter zum Wasser kam, stach man Buchten oder Löcher (Roosse) vom Schwingrasen heraus und schob das Zeug in den See hinaus. So entstanden die heutigen schwimmenden Inseln.

Die schwimmenden Inseln

In der Schweiz gibt es neben dem Barchetsee nur noch den Lützelsee in Hombrechtikon, der schwimmende Inseln besitzt.

Je nach Windrichtung werden die Inseln über den See getrieben. Vor 30 Jahren konnte man sie noch betreten und als Flosse benutzen. Heute sind alle komplett mit der Sumpfschneide überwachsen.

Pflanzen- und Tierwelt am Barchetsee

Am Barchetsee findet man eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt.

Beispiele:

Sumpfpflanzen: Wasserpflanzen: Tierwelt:
Torfmoos mit  Sonnentau Krebsschere Teichmuschel 
verschiedene Orchideen Teichrose Flusskrebs 
Farne   Pferdeegel 
Mehlprimel   Hecht 
Wollgras   Rötel 
Fieberklee   Spiegelkarpfen 
Blutauge   Sumpfrohrsänger

Naturschutz

Der Barchetsee und das dahinterliegende Moos sind Naturschutzgebiete von nationaler Bedeutung. Das ganze Gebiet gehört der Politischen Gemeinde Neunforn.

1998 wurde vom Kanton Thurgau ein Konzept erstellt mit vielfältigen Pflegemassnahmen. Die Streuegebiete werden jeden Herbst gemäht. Der Natur- und Vogelschutzverein Neunforn bemüht sich, die Verbuschung und das Vordringen der Sumpfschneide und der Goldrute zu bremsen. Im Nordosten wurden schon 1977 Amphibienteiche angelegt. 

 
 
Alles Gute aus dem Thurgau

Für literarisch Interessierte mit Sinn für Humor gibt es allerdings noch eine andere Geschichte, wie der Barchetsee und seine schwimmenden Inseln entstanden sind.
Nachzulesen in "Alles Gute aus dem Thurgau" von Tanja Kummer, Knapp Verlag,
2. Auflage 2013.

"Wenn Sie einen Naturfreund kennen, begleiten Sie ihn an den Barchetsee, nehmen Sie dieses Büchlein mit und lesen Sie ihm die Geschichte vor!" (S. 103-105)

 

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